Anleitungen, Audios und Leseempfehlungen
Kleine Begleiter für den Alltag, ergänzend zur Therapie und Ausbildung. Inhalte, die Sie für sich selbst nutzen können.
Innehalten am Fluss
In jedem Augenblick fließt in uns ein Strom aus Empfindungen, Gedanken und Entwicklungen. Eugene Gendlin nannte dies den Erlebensfluss. Oft gleicht dieser Fluss einer Langzeitbelichtung: alles verschwimmt zu einer stetigen Bewegung, die wir zwar spüren, aber kaum in ihrer Tiefe erfassen können.
Ich lade dich ein, für einen Moment am Ufer dieses Flusses zu verweilen.
1. Den Moment fokussieren
Stell dir vor, du drückst auf den Auslöser einer Kamera, diesmal mit einer ganz kurzen Belichtungszeit. Du hältst den Fluss nicht an, aber du erlaubst dir, für einen Wimpernschlag ganz genau hinzuschauen. Wähle ein Thema oder eine Situation, die dich gerade beschäftigt.
2. Den „Felt Sense" einladen
Richte deine Aufmerksamkeit sanft nach innen, in den Raum deines Körpers (vielleicht in die Herzgegend oder den Bauchraum). Beobachte: Was zeigt sich dort zu deinem Thema, wenn die Bewegung für einen Moment stillzustehen scheint? Welche feinen Details, welche vagen körperlichen Gefühle (den Felt Sense) kannst du bemerken? Bewerten vermeiden: Es geht nicht darum, etwas zu verändern, sondern alles, was gerade wirksam ist, einfach nur da sein zu lassen.
3. Der nächste Schritt geschieht von selbst
Verweile in dieser Bewusstheit. Du musst nichts forcieren oder aktiv lösen. Oft entsteht aus dem bloßen, liebevollen Anerkennen dessen, was ist, ein Impuls für den nächsten Schritt. Es ist wie ein Wassertropfen, der im Standbild plötzlich seine Richtung offenbart.
4. Zurück in den Fluss
Mit dieser neuen Klarheit und dem frischen Impuls im Gepäck kannst du nun behutsam wieder in das Tun übergehen. Folge der Bewegung, die aus der Stille entstanden ist, und lass dich von deinem Erlebensfluss weitertragen.
Achtsamkeit bedeutet hier, dem Wasserfall nicht zu befehlen, langsamer zu fließen, sondern die Kamera deines Bewusstseins so ruhig zu halten, dass die Details sichtbar werden dürfen.

MiniUrlaub & Lichtblicke
MiniUrlaub: eine Anleitung zum FreiRaum schaffen
FreiRaum schaffen steht am Anfang jedes Focusing-Prozesses und ganz oft auch nur für sich allein. FreiRaum bedeutet, inneren Abstand zu Problemen und Lebensthemen herzustellen und wieder durchatmen zu können. Erstaunlicherweise kann sich das „Ich" wieder lebendig, körperlich, gegenwärtig anfühlen, obwohl die Probleme vorhanden sind.

Lichtblicke: Focusing in dunklen Phasen
Inspiriert von einer Radtour im Nebel, an deren Ende plötzlich die Sonne kam: Eine kleine Focusing-Anleitung, um in der Focusing-Haltung mit dem Thema Lichtblicke in Kontakt zu kommen.

Sinnsprüche
Focusing-Gedanken in Bildern: fotografiert und gestaltet von Steffen Hieber. Zum Anschauen, Innehalten und Weitergeben — ein Klick öffnet die Großansicht.



Artikel über Focusing
Zum Lesen und Vertiefen empfehlen wir die Literaturseite des Deutschen Focusing-Instituts, eine kuratierte Sammlung von Artikeln rund um Focusing, Theorie und Praxis:
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